Carillon - pilzfeste Sorte

Herkunft:
Carillon entstand 2005 am Staatlichen Weinbauinstitut Freiburg im Rahmen einer neuen Züchtungsgeneration mit introgressierten Resistenzgenen aus Muscadinia rotundifolia. Ziel war es, die bereits hohe Widerstandsfähigkeit der bisherigen PIWI-Sorten nochmals deutlich zu verbessern. Im Zuge des europäischen Sortenschutzverfahrens erhielt die Sorte den Namen Carillon.
Kreuzung: Bronner x Mtp 3179 - 90-7
Synonyme:
FR 628-2005r
Lageansprüche:
Carillon benötigt warme bis sehr gute Weinbergslagen, damit die späte Reife vollständig ausgenutzt werden kann. Gut durchlüftete Standorte fördern zusätzlich die ohnehin hohe Pflanzengesundheit. Aufgrund des aufrechten Wuchses ist die Laubarbeit vergleichsweise einfach.
Verbreitung:
Da Carillon erst 2005 gezüchtet wurde, befindet sich die Sorte noch in der Einführungsphase. Die Anbaufläche ist derzeit noch gering, nimmt jedoch kontinuierlich zu. Aufgrund ihrer hohen Widerstandsfähigkeit gilt sie als vielversprechende Rebsorte insbesondere für den nachhaltigen und ökologischen Weinbau.
Besonderheiten:
Carillon wächst aufrecht und bildet nur wenige Geiztriebe. Die Sorte zeigt eine geringe Neigung zum Verrieseln und zur Stiellähme. Carillon hat kleine, eher kompakte Trauben. Die Beeren sind sehr hart und daher nicht anfällig für Botrytis. Auch die Kirschessigfliege (KEF) scheint sie nicht zu mögen. Die Blattfärbung ist auffallend, leuchtendes, dunkles grün.
Trotz der relativ kleinen Trauben ist das Ertragspotential relativ hoch, da die Anzahl der Trauben hoch ist. Es gibt viele Triebe mit 3 Trauben pro Trieb und auch einige mit 4 Trauben.
Diese Neuzüchtung des Weinbauinstituts Freiburg enthält zum ersten Mal Resistenzeigenschaften aus der Vitis-Art Muscadinia rotundifolia. Da die Art Vitis vinifera, zu der alle unsere bekannten europäischen Rebsorten gehören, einen Chromosomensatz von 2n=38 besitzt und Muscadinia einen Chromosomensatz von 2n=40, ist die Kreuzung dieser beiden Arten recht schwierig. Muscadinia besitzt jedoch eine sehr gute Resistenz gegen den Echten Mehltau.
Dennoch gelang es bereits 1916, den ersten Vorfahren dieser Sorte mit einer Mutter aus der Art Vitis vinifera (Malaga Seedling 1) und einem Vater aus der Art Vitis Muscadinia (Muscadinia rotundifolia G52) zu kreuzen. Durch mehrfache Rückkreuzung dieser damals entstandenen Sorte North Carolina 6-15 ist nun mit Carillon eine Sorte entstanden, die einige Resistenzen von Vitis muscadinia mit den hohen Ansprüchen an die Weinqualität von Vitis vinifera vereint.
Das Ergebnis ist eine sehr robuste Rotweinsorte von hoher Qualität.
Wein:
Carillon liefert tiefdunkle, farbintensive Rotweine mit weichen Tanninen und einer ausgeprägten Frucht. Aromen von Kirschen, Brombeeren und Waldbeeren mit einer gewissen Würze.
Die Weine besitzen eine gute Struktur, viel Extrakt und eignen sich sowohl für den Ausbau im Edelstahltank als auch im Holzfass.














