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Die Wahl der richtigen Unterlage

Die Wahl der Unterlage (Rebunterlage) ermöglicht es, in begrenztem Maße auf gegebene Voraussetzungen wie Bodenart, Wasserangebot, Erziehungsform und Lage einzugehen. Sie passt sozusagen die Edelreissorte an diese Gegebenheiten an.

Aus der Vielzahl der weltweit vorkommenden Rebunterlagen wird bei uns nur eine relativ kleine Auswahl verwendet. Es handelt sich dabei hauptsächlich um Kreuzungen zwischen Vitis berlandieri und Vitis riparia.

Die folgende Tabelle gibt Auskunft über die Merkmale der bei uns hauptsächlich verwendeten Unterlagen:

UnterlageTrockentoleranzWüchsigkeitChlorosetoleranzKalktoleranzAktivkalktoleranzBewurzelungBesondere Merkmale
SO4mittel bis gutmittel bis hochmittel bis gutmittel bis gutca. 17 %gut bis sehr gutBreit einsetzbare Standardunterlage; Sehr verbreitet; weniger geeignet bei starker Trockenheit.
125 AAgutmittel bis hochmittelmittelca. 17 %gutGute Alternative zu SO4 auf leichteren Böden; eher tiefwurzelnd; nicht ideal bei Staunässe. Sehr gut mit Burgundersorten
5BBmittelhochgutgutca. 20 %gut bis sehr gutSehr wuchskräftig; geeignet für kräftige und ausreichend feuchte Böden.
Binovamittelmittel bis hochgutgutca. 20 %gutSO4-nahe Unterlage mit etwas stärkerem und gleichmäßigerem Verhalten.
R 110sehr hochsehr hochgering - mittelmittelca. 17 %gutSehr trockenfest und starkwüchsig; passend für warme, trockene, steinige und eher magere Standorte.
1103 Psehr hochsehr hochmittelmittelca. 17–20 %gut bis sehr gutSehr trockenfest, tiefwurzelnd und kräftig; auch bei zeitweiliger Bodenfeuchte gut geeignet.
420 Amittelschwach - mittelgutgutca. 20 %schwach bis mittelGut für tiefgründige, kalkhaltige Böden; eher wuchsdämpfend; Bewurzelung nicht immer einfach.
3309 Cgering bis mittelmittelgering bis mittelgeringca. 11 %sehr gutFür frische, tiefgründige, kalkarme Böden; empfindlich gegen Trockenheit, Verdichtung und Kalkchlorose.
Fercalmittelhochsehr hochsehr hochbis ca. 40 %mittel bis gutSpezialist für sehr kalkreiche und chlorosegefährdete Böden; weniger geeignet für ausgeprägte Trockenstandorte.
41 Bmittelmittelsehr hochsehr hochbis ca. 40 %schwachSehr kalkfest, aber schwache Bewurzelung; eher Spezialunterlage für Kalkstandorte.
101-14 Mgtgeringschwachgering bis mittelgeringca. 9 %gut bis sehr gutFür frische, tiefgründige, kalkarme Böden; schwachwüchsig und trockenheitsempfindlich.
Gravesacmittel bis guthochgering bis mittelgeringca. 6–15 %*gutVor allem für saure, sandig-kiesige und kalkarme Böden; bei Kalkchlorose vorsichtig einstufen.
5Cmittelmittel bis starkmittel bis gutmittelca. 17 %gutGeeignet für leicht erwärmbare, tiefgründige, mittlere bis leichte Böden; nicht für extreme Trockenstandorte oder kühle, staunasse, verdichtete Böden.
8Bgutmittelmittelmittelca. 17 %mittelVerleiht dem Edelreis mittlere Wüchsigkeit und mittlere Erträge;
161-49 Cmittel bis gutmittelhoch bis sehr hochsehr hochca. 25 %mittelSehr gute Eignung für kalkhaltige und argilo-kalkhaltige, leichte bis tiefgründige Böden. Empfindlich gegenüber Tylosen/Folletage; empfindlich gegen zeitweilige Frühjahrsnässe und zu kompakte Böden.
Börnersehr hochmittel bis starkgeringgeringca. 10–15 %mittelVollresistent gegen Reblaus an Blatt und Wurzel. trockenfest da tiefreichende Wurzelbildung; geeignet für leicht erwärmbare, skelettreiche, trockene Böden. Nicht geeignet für schwere, staunasse, verdichtete oder stark kalkhaltige Böden.
Vintogutmittel bis starkgutgutca. 20 %gut bis sehr gutNeue Geisenheimer Unterlage aus V. berlandieri × Börner; Sehr gute Reblausresistenz, aber deutlich bessere Kalk- und Chloroseeignung. Wuchskraft im Weinberg etwa zwischen SO4 und 125AA; gut bei Trockenstress und mageren Standorten.
Liberogutmittelgutgutca. 18–20 %gutNeue Geisenheimer Unterlage aus 125AA × Börner; Sehr gute Reblausresistenz ähnlich Börner, aber bessere Kalkverträglichkeit. Wuchskraft zwischen 161-49C und SO4. Interessant für kalkhaltigere Standorte mit moderatem bis gutem Trockenstressverhalten.

Hinweis: Die Aktivkalkwerte sind Richtwerte. Entscheidend sind zusätzlich Bodenstruktur, Wasserhaushalt, Rebsorte, Nährstoffversorgung und Standortklima.

Die hier aufgeführten Unterlagen Fercal, 41B, 101-14 Mgt und Gravesac dürfen in Deutschland nicht angepflanzt werden, da sie vom Bundessortenamt nicht als "nicht reblausanfällig" eingestuft wurden