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Kurzbeschreibung

Calardis Soleil ist eine neue, früh reifende pilzwiderstandsfähige Weißweinsorte des Julius Kühn-Instituts am Geilweilerhof. Sie hat eine sehr hohe Widerstandsfähigkeit gegenüber Echtem und Falschem Mehltau und eine gute Widerstandfähigkeit gegen Schwarzfäule. 

Herkunft & Züchtung

Züchter: Julius Kühn-Institut – Institut für Rebenzüchtung Geilweilerhof

Kreuzung: Gf. 2000-305-0137 × Solaris

Calardis Soleil wurde 2010 am Institut für Rebenzüchtung Geilweilerhof gekreuzt und unter der Zuchtnummer Gf. 2010-011-0048 geprüft. Der Name „Soleil“ – französisch für Sonne – verweist auf die Abstammung von Solaris und die frühe Reife der Sorte. Im Jahr 2024 wurde Calardis Soleil beim Bundessortenamt zum Sortenschutz angemeldet.

Synonyme

Gf. 2010-011-0048

Lageansprüche

Durch ihre frühe Reife besitzt Calardis Soleil geringere Wärmeansprüche als spät reifende Weißweinsorten. Sie eignet sich deshalb auch für kühlere Standorte und Weinbauregionen mit kürzerer Vegetationsperiode.

Aufgrund der frühen Reife sollte der Erntetermin sorgfältig gewählt werden, damit Frische und Säure erhalten bleiben und die Mostgewichte nicht zu stark ansteigen.

Verbreitung

Calardis Soleil befindet sich noch in der Einführung. Da die Sorte erst 2024 zum Sortenschutz angemeldet wurde, liegen bislang nur kleine Versuchs- und Praxisflächen vor. Eine größere Verbreitung ist daher noch nicht vorhanden.

Besonderheiten

Calardis Soleil besitzt einen aufrechten Wuchs und bildet eine lockere, gut durchlüftete Laubwand. Die Holzreife ist gut. Der Austrieb liegt ungefähr im Bereich von Müller-Thurgau. Die Trauben reifen etwa 4-7 Tage nach Solaris. Damit gehört Calardis Soleil zu den früh reifenden Weißweinsorten.

Das Ertragsniveau wird als mittel bis hoch beschrieben. Die Sorte verbindet ihre frühe Reife mit einer sehr hohen Reistenzen gegenüber den wichtigsten Mehltaukrankheiten. 
Trauben und Beeren

Die Trauben sind mittelgroß und überwiegend locker aufgebaut. Die mittelgroßen Beeren besitzen zur Reife eine gelbgrüne bis goldgelbe Färbung. Durch die lockere Traubenstruktur werden die Beeren gut durchlüftet, wodurch die Botrytisgefahr verringert wird. Die Beeren zeigen außerdem nur eine geringe Anfälligkeit gegenüber Sonnenbrand.

Die frühe Reife macht Calardis Soleil besonders interessant für kühlere Weinbaugebiete und nördliche Weinbauregionen. Der aufrechte Wuchs und die luftige Laubwand erleichtern die Laubarbeit und fördern zusätzlich die Pflanzengesundheit.

Weinstil

Calardis Soleil ergibt harmonische und vollmundige Weißweine mit einer lebendigen, spritzigen Säure. Das Aromaprofil ist deutlich fruchtbetont und kann an folgende Früchte erinnern:

    Mirabelle
    Aprikose
    Ananas
    reifer Apfel
    Limette

Je nach Jahrgang können zusätzlich feinwürzige Noten auftreten. Die Verbindung aus reifer Frucht, guter Fülle und frischer Säure ermöglicht sowohl einen trockenen, fruchtbetonten Ausbau als auch die Erzeugung lebendiger Weißweine mit guter Balance.
 

Resistenz

Peronospora:
niedrigmittelhochsehr hoch
Oidium:
niedrigmittelhochsehr hoch
Botrytis:
niedrigmittelhochsehr hoch

Resistenzloci

Oidium
Schwarzfäule