Ren9 (Resistance to Erysiphe necator 9)
Ren9 ist ein Resistenzlocus gegen den Echten Mehltau (Oidium) der Weinrebe. Er wurde in der Sorte Regent nachgewiesen und liegt wie Ren3 auf Chromosom 15. Die Wirkung von Ren9 ist nicht vollständig, sondern unterstützt die Widerstandsfähigkeit der Rebe gegen den Erreger Erysiphe necator.
Besonders bedeutend ist Ren9 in Kombination mit Ren3. Beide Loci liegen auf Chromosom 15 und treten in vielen PIWI-Sorten gemeinsam auf. Dadurch kann die Oidiumresistenz stabiler und zuverlässiger ausfallen als bei einem einzelnen Resistenzlocus.
Herkunft
Ren9 wurde in der Rebsorte Regent kartiert. Die VIVC-Tabelle führt Regent als Genotyp des Ursprungs auf. Eine eindeutig einzelne ursprüngliche Vitis-Art wird für Ren9 dort nicht genannt.
Damit gehört Ren9 zu den Resistenzloci aus komplexer Hybridabstammung. Solche Loci gelangten durch die Einkreuzung pilzwiderstandsfähiger Reben in moderne PIWI-Sorten.
Wirkungsweise
Ren9 vermittelt eine teilweise, quantitative Resistenz gegen Oidium. Der Pilz kann die Pflanze weiterhin infizieren, wird in seiner Entwicklung jedoch gebremst. Dadurch kann sich der Befall langsamer ausbreiten und schwächer ausfallen als bei anfälligen Rebsorten.
Die genaue Wirkung von Ren9 sollte nicht als vollständige Immunität verstanden werden. Der Locus ist vor allem als zusätzlicher Baustein innerhalb einer Kombination mehrerer Resistenzloci wertvoll.
Resistenzwirkung
Die Schutzwirkung von Ren9 kann als mittel bis hoch eingeschätzt werden. Allein betrachtet ist Ren9 kein vollständiger Schutz gegen Oidium. In Kombination mit Ren3 kann der Locus jedoch wesentlich zur Verbesserung der Gesamtresistenz beitragen.
Für die Praxis bedeutet das: Sorten mit Ren3 und Ren9 können gegenüber Oidium deutlich robuster sein, sollten aber bei starkem Infektionsdruck weiterhin beobachtet werden.
Verbreitung in Rebsorten
Ren9 wurde unter anderem in folgenden PIWI-Rebsorten nachgewiesen:
- Regent
- Cabernet Blanc
- Calardis Blanc
- Souvignier Gris
- Satin Noir
Quellen
- VIVC – Table of Loci for Traits in Grapevine (2024)
- Zendler et al. (2017)






